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Die Lage in Karlsruhe

Baden-Württemberg hat ein Wohnraumschutz-Gesetz auf Landesebene; aktuell, nach unserem Kenntnisstand, hat Karlsruhe keine eigene kommunale Satzung — es greift das Landesrecht neben den bundesrechtlichen Regeln (§ 535, § 553 BGB).

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Als Eigentümer deine Wohnung in Karlsruhe komplett über Airbnb vermieten

Das geht
In Karlsruhe ist uns keine Zweckentfremdungssatzung bekannt (Stand 07/2026) — eine ganze Wohnung über Airbnb anzubieten, ist hier nach unserem Stand formal legal, ohne Registriernummer und ohne Tageshöchstgrenze. Baden-Württemberg führt kein zentrales Satzungs-Verzeichnis; im Zweifel kurz bei der Stadt nachfragen. Du brauchst aber zwingend einen Baustein: die Anmeldung als Beherbergungsbetrieb bei der Stadtkämmerei, Abteilung Kommunale Steuern (Karlsruhe City Tax), inklusive Buchungszeichen. Quartalsweise reichst du die Steueranmeldung ein und führst 4,00 Euro pro Gast und Nacht ab (ab 2028: 4,50 Euro). Lass Gäste ohne deutsche Staatsangehörigkeit einen Meldeschein nach §§ 29-30 Bundesmeldegesetz ausfüllen. Als Eigentümer entscheidest du selbst — niemand muss dir die Vermietung privat erlauben. Gehört deine Wohnung aber zu einer Eigentümergemeinschaft, prüfe vor dem ersten Inserat Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung: Grundsätzlich darfst du dein Sondereigentum auch kurzzeitig an wechselnde Gäste vermieten, soweit nicht das Gesetz entgegensteht (§ 13 Abs. 1 WEG), und ein nachträgliches Verbot der Kurzzeitvermietung braucht die Zustimmung aller Eigentümer, nicht nur eine Mehrheit (BGH, Urteil vom 12.04.2019 – V ZR 112/18). Deine Einnahmen trägst du als Vermietungseinkünfte in die Anlage V deiner Einkommensteuererklärung ein. Kläre außerdem die Umsatzsteuer: Kurzzeitvermietung ist mit 7 % steuerpflichtig — bleibst du mit deinem Gesamtumsatz bei höchstens 25.000 € im Vorjahr und höchstens 100.000 € im laufenden Jahr, greift die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) und die Umsatzsteuer entfällt.
Beachten
Und unterschätze nicht die Mitwirkungspflicht der Plattformen: Airbnb muss der Karlsruher Stadtkämmerei auf Anforderung Auskunft über deine Buchungen geben. Rechne damit, dass deine Einnahmen sichtbar sind: Airbnb & Co. müssen deine Umsätze jedes Jahr bis zum 31. Januar an das Bundeszentralamt für Steuern melden (PStTG, die deutsche DAC7-Umsetzung) — unversteuerte Einnahmen fallen auf.
Achtung
Behalte im Blick: Die Lage kann sich schnell ändern. Die Grünen-Fraktion hat im April 2025 eine Zweckentfremdungssatzung beantragt, und über 350 Karlsruher Wohnungen auf Airbnb erhöhen den politischen Druck. Das Zweckentfremdungsverbotsgesetz Baden-Württemberg (ZwEWG BW) ermächtigt die Stadt, eine Satzung zu erlassen; erst damit käme ein Genehmigungsvorbehalt hinzu (das Landesgesetz erlaubt dann grundsätzlich Bußgelder bis 100.000 Euro). Wer jetzt baut, sollte ein Modell wählen, das auch bei strengerem Recht funktioniert (zum Beispiel Mischnutzung Hauptwohnsitz plus gelegentliche Vermietung statt rein gewerblicher Ferienwohnung). Übergehe ein Kurzzeitvermietungs-Verbot in Teilungserklärung oder Gemeinschaftsordnung nicht — die Eigentümergemeinschaft kann Unterlassung von dir verlangen und durchsetzen.

Letzte Sichtung am 02.07.2026 · Quelle: § 2 ÜbernachtStS Karlsruhe

Welche Gesetze gelten?

Bundesrecht setzt den Rahmen, Landesrecht konkretisiert, Kommunen vollziehen.

Nicht klassifizierte Quellen: R 21.2 Abs. 1 EStR