Neue Suche

Die Lage in Braunschweig

Niedersachsen hat ein Wohnraumschutz-Gesetz auf Landesebene; aktuell, nach unserem Kenntnisstand, hat Braunschweig keine eigene kommunale Satzung — es greift das Landesrecht neben den bundesrechtlichen Regeln (§ 535, § 553 BGB).

Filter…

Als Eigentümer deine Wohnung in Braunschweig komplett über Airbnb vermieten

Das geht
Eine komplette Wohnung kannst du in Braunschweig grundsätzlich über Airbnb anbieten, anders als in Hamburg oder Berlin: keine Zweckentfremdungssatzung, keine Registriernummer, kein Tage-Limit. Prüfe nur die WEG-Teilungserklärung und die Hausordnung, weil die WEG-Gemeinschaft Kurzzeitvermietung einschränken kann. Plattformeinnahmen sind beim Finanzamt anzugeben, und bei Aufenthalten über drei Monaten gilt die Wohnungsgeberbestätigung nach BMG. Als Eigentümer entscheidest du selbst — niemand muss dir die Vermietung privat erlauben. Gehört deine Wohnung aber zu einer Eigentümergemeinschaft, prüfe vor dem ersten Inserat Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung: Grundsätzlich darfst du dein Sondereigentum auch kurzzeitig an wechselnde Gäste vermieten, soweit nicht das Gesetz entgegensteht (§ 13 Abs. 1 WEG), und ein nachträgliches Verbot der Kurzzeitvermietung braucht die Zustimmung aller Eigentümer, nicht nur eine Mehrheit (BGH, Urteil vom 12.04.2019 – V ZR 112/18). Deine Einnahmen trägst du als Vermietungseinkünfte in die Anlage V deiner Einkommensteuererklärung ein. Kläre außerdem die Umsatzsteuer: Kurzzeitvermietung ist mit 7 % steuerpflichtig — bleibst du mit deinem Gesamtumsatz bei höchstens 25.000 € im Vorjahr und höchstens 100.000 € im laufenden Jahr, greift die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) und die Umsatzsteuer entfällt.
Beachten
Und seit 20.05.2026 verpflichtet die EU-Verordnung 2024/1028 Plattformen zur standardisierten Hostdaten-Meldung an Behörden — zentral über die Bundesnetzagentur; inseratsbezogene Auskunftspflichten knüpfen an ein kommunales Registrierungsverfahren. Eine eigene Registriernummer im Inserat ist aber nur dort Pflicht, wo Gemeinde oder Land ein Registrierungsverfahren eingeführt haben; Braunschweig hat keines. Rechne damit, dass deine Einnahmen sichtbar sind: Airbnb & Co. müssen deine Umsätze jedes Jahr bis zum 31. Januar an das Bundeszentralamt für Steuern melden (PStTG, die deutsche DAC7-Umsetzung) — unversteuerte Einnahmen fallen auf.
Achtung
Verwechsle Braunschweig nicht mit dem rechtsfreien Raum. Sobald du mehrere Wohnungen hotelähnlich betreibst, ist das baurechtlich eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung nach NBauO und führt ohne Antrag zu einer Untersagung. Ein langfristig politisch unsicheres Feld bleibt es ohnehin: die Stadt hat das Thema mehrfach diskutiert. Übergehe ein Kurzzeitvermietungs-Verbot in Teilungserklärung oder Gemeinschaftsordnung nicht — die Eigentümergemeinschaft kann Unterlassung von dir verlangen und durchsetzen.

Letzte Sichtung am 05.07.2026 · Quelle: § 1 NZwEWG

Welche Gesetze gelten?

Bundesrecht setzt den Rahmen, Landesrecht konkretisiert, Kommunen vollziehen.