Kiel hat eine eigene Wohnraumschutz-Satzung, die regelt, wann eine Vermietung als Zweckentfremdung gilt.
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Als Eigentümer deine Wohnung in Kiel komplett über Airbnb vermieten
Das geht
Eine ganze Wohnung in Kiel über Airbnb anzubieten geht, solange du die 12 Wochen (84 Tage) Fremdenbeherbergung pro Kalenderjahr nicht überschreitest. Wichtig: das Amt für Wohnen verlangt, dass die vermietende Person ihren Erstwohnsitz in der vermieteten Wohnung hat - die Ausnahme unter 84 Tagen wirkt damit faktisch nur für Eigennutzer-Modelle, die zeitweise das eigene Zuhause vermieten. Zeige das Vorhaben vorab per E-Mail beim Amt für Wohnen und Grundsicherung an (Wohnraumschutzgesetz@kiel.de). Willst du über 12 Wochen vermieten oder die Wohnung als reine Ferienwohnung betreiben, beantrage vorher die Zweckentfremdungsgenehmigung. Die Stadt entscheidet innerhalb von 6 Monaten; verstreicht die Frist ohne Bescheid, gilt die Genehmigung als erteilt. Plane außerdem die Kieler Übernachtungssteuer ein, die zum 1. Oktober 2026 in Kraft tritt: 5 Prozent des Netto-Übernachtungspreises — sie gilt auch für private Kurzzeitvermietung über Airbnb, ab dann meldest du dich beim Steueramt der Stadt an und führst sie selbst ab. Als Eigentümer entscheidest du selbst — niemand muss dir die Vermietung privat erlauben. Gehört deine Wohnung aber zu einer Eigentümergemeinschaft, prüfe vor dem ersten Inserat Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung: Grundsätzlich darfst du dein Sondereigentum auch kurzzeitig an wechselnde Gäste vermieten, soweit nicht das Gesetz entgegensteht (§ 13 Abs. 1 WEG), und ein nachträgliches Verbot der Kurzzeitvermietung braucht die Zustimmung aller Eigentümer, nicht nur eine Mehrheit (BGH, Urteil vom 12.04.2019 – V ZR 112/18). Deine Einnahmen trägst du als Vermietungseinkünfte in die Anlage V deiner Einkommensteuererklärung ein. Kläre außerdem die Umsatzsteuer: Kurzzeitvermietung ist mit 7 % steuerpflichtig — bleibst du mit deinem Gesamtumsatz innerhalb der gesetzlichen Umsatzgrenzen, greift die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) und die Umsatzsteuer entfällt.
Beachten
Rechne damit, dass deine Einnahmen sichtbar sind: Airbnb & Co. müssen deine Umsätze jedes Jahr bis zum 31. Januar an das Bundeszentralamt für Steuern melden (PStTG, die deutsche DAC7-Umsetzung) — unversteuerte Einnahmen fallen auf.
Achtung
Eine zweite, leerstehende Wohnung in Kiel ungefragt über Airbnb laufen lassen ist der direkte Weg ins Bußgeldverfahren - die Stadt geht aktiv gegen nicht angezeigte Ferienwohnungen vor, Lokalpresse berichtet von Untersagungen. Der Bußgeldrahmen reicht bis - typische Verfahren bewegen sich im fünfstelligen Bereich, bei einzelnen privaten Verstößen real deutlich niedriger und meist erst nach einer Untersagung. Übergehe ein Kurzzeitvermietungs-Verbot in Teilungserklärung oder Gemeinschaftsordnung nicht — die Eigentümergemeinschaft kann Unterlassung von dir verlangen und durchsetzen.
Deutsche Umsetzung der EU-Verordnung 2024/1028: standardisierter Datenaustausch zwischen Kurzzeitvermietungs-Plattformen und Behörden, seit 20.05.2026.